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Das Bienenjahr

Das Bienenjahr

Das Bienenjahr

Das Schaubild soll einen Eindruck über den Verlauf im Bíenenjahr geben. Die angegebenen Werte sind alles Durchschinitts- oder Richtwerte. Abweichungen kommen vor und werden durch Wetter, äussere Verhältnisse, Trachtquellen und anderen Faktoren beeinflusst.

 
Die Anzahl Bienen im Stock reguliert sich hauptsächlich durch äussere Einflüsse auf das Bienenvolk, wie dem Wetter. Ein gesundes Volk besteht im Winter zwischen 5000 und 10000 Bienen. Steigt die Aussentemperatur über 12° fangen die Bienen an die Umgebung wieder zu erkunden und beginnen mit der Brut. Da die Königin an guten Tagen bis zu 2000 Eier legen kann und die Entwicklung einer Biene 21 Tage dauert, kann man sich vorstellen, dass die Anzahl der Bienen schnell ansteigen kann.

Die Temperatur im Bienenstock wird durch den Beginn der Brut reguliert. Um Brut aufzuziehen benötigt es eine Temperatur von konstanten 35° im Stock. Dieses erreichen die Bienen dadurch, dass sie Wärme erzeugen, was sie enorm viel Energie kostet oder aber durch Kühlen, im dem sie z.B. Wasser eintragen und Luft fächern. Sinkt die Temperatur wieder unter 12° wird die Brut ausgesetzt und man konzentriert sich auf die Pflege der Königin, die sich nun in der Mitte der Bienentraube aufhält und dort 25° geniesst.

Die Schwarmzeit liegt hauptsächlich um den Monat Mai herum. Schwärmen ist die natürliche Art von Bienen sich zu vermehren. Hierbei geht es nicht darum einzelne Bienen zu zeugen, sondern vielmehr ein ganz neues Volk entstehen zu lassen. Beim Schwarm verlässt die alte Königin mit ca. der Hälfte aller Bienen den Stock und sucht sich ein neues Zuhause. Die übrigen Bienen pflegen derweil die frisch angelegten Königinnenzellen, aus denen nach 16 Tagen neue Königinnen schlüpfen. Die erste Geschlüpfte sticht dann die anderen tot. Als Imker versucht man diesen Drang zu unterbinden, da ein geschwärmtes Volk keinen Honigertrag mehr bringt. Es gibt andere, kontrolliertere Möglichkeiten Völker zu vermehren.

Honigertrag gibt es in all den Monaten, in denen Pflanzen blühen und deren Nektar von den Bienen aufgenommen werden kann. Diesen Nektar verarbeiten die Bienen dann durch Zugabe von Enzymen und dem Entzug von Wasser, zu Honig. Ernten kann man den Honig, im Normalfall zweimal im Jahr. Es gibt eine Früh- und eine Spättracht. Die Blüten im Frühjahr sind häufig glukosehaltiger, weshalb diese Honige schneller kristallisieren (z.B. Raps), wogegen das Verhältnis von Fruktose zu Glukose bei den später blühenden Pflanzen eher für flüssigeren Honig sorgt. Dieses hängt aber stark von der Gegend ab. Auch im Spätsommer gibt es Pflanzen mit hohem Glukoseanteil. Wenn man sich entschliesst mit seinen Bienen zu wandern, kann man auch weitere Trachten ernten.

Die Varroabehandlung ist ein Übel, welches durch die Varroamilbe notwendig geworden ist. Diese Milbe wurde 1977 durch asiatische Bienen in Europa eingeschleppt und hat sich sich bei uns binnen Jahren flächendeckend verteilt. Heute gibt es keinen Bienenstand in Europa mehr, der frei von dieser Milbe ist. Die Milbe ernährt und vermehrt sich von und in der Brut. Ergebnis sind verkrüppelte Bienen. Vermehrt sich die Milbe zu stark, stirbt das Volk. Heute kann man davon ausgehen, dass ein Volk nach ca. zwei Jahren tot ist, wenn man es nicht behandelt. Diese Behandlung erfolgt in mehreren Schritten und wird nach der Ernte vorgenommen. Die Mittel, die zum Einsatz kommen sind alle grundsätzlich bienenverträglich. Bei Falschbehandlung kann es aber auch hier zu Völkerverlusten kommen.

Unter Raumanpassung versteht man das Erweitern und Verringern von Zargen. Die Zargen sind die einzelnen Kästen, die zusammen eine Beute ergeben. Es gibt verschiedene Betriebsweisen, die auch einen unterschiedlichen Aufbau dieser Kästen mit sich bringen. Hier gehen wir mal von einer Hohenheimer Beute aus, die aus zwei Zargen für die Brut und bis zu zwei Zargen für den Honigraum besteht. Zwischen den unteren Bruträumen und den sich darüber befindenden Honigräumen liegt ein Absperrgitter, durch das die Arbeiterinnen zwar durchkommen, nicht jedoch die Königin. So ist gewährleistet, dass im Honigraum keine Brut abgelegt wird. Mit Einsetzen der Kirschblüte setzt man den ersten Honigraum auf und dann bei Bedarf den Zweiten. sind beide voll, werden sie abgeschleudert. Nach der Ernte werden die beiden Honigräume dann im Sommer wieder entfernt.